Turnerinnen: Turnfahrt September 2005

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(dh) Endlich war es soweit und Conny, Margrit, Manuela, Gaby, Rosmarie, Yvonne, Alexa, Doris, Käthi und Dagmar durften für zwei Tage dem Familienleben den Rücken zukehren.

Teilweise noch etwas verschlafen, aber voller Tatendrang, haben wir bereits um halb acht das Trämli bestiegen. Das Wetter hat sich natürlich von der besten Seite gezeigt. Kalt, aber wunderbar sonnig. Von Aarau aus ging es weiter mit der SBB richtig Klosters. Kaum waren wir im Hauptbahnhof Zürich angekommen, machte sich bei einigen Turnerinnen der erste Koffeinentzug bemerkbar. Also wurde schleunigst der Speisewagen aufgesucht. Leider waren wir nicht die einzigen mit dieser Idee, sodass wir unseren wunderbaren Latte Macchiato nur im Raucherabteil des Bistros geniessen konnten. Aber auch dort konnte uns nichts erschüttern, weder der viele Rauch noch die ausführlichen Erzählungen gewisser Turnerinnen. Gerade als beschlossen wurde, dass wir doch nicht so schlimm sind, wie gewisse Frauen in der Wisteria Lane (Anmerkung: Strassenname in der TV-Serie Desperate Housewives), sind wir in Landquart angekommen.

Da hiess es umsteigen in ein wunderschönes Züglein und jetzt erstmals die Gegend geniessen. Kurz danach war erstmals Endstation in Klosters. Noch schnell den Wochenendmarkt durchforsten und ab mit der Gotschnabahn auf den Gotschnagrat. Was einfach tönt war fast ein Ueberlebenstraining, da gewisse Wanderer nicht auf ihr geliebtes Parfum verzichten wollen und die Duftwolken nebelartig die ganze Luftseilbahn einhüllten. Auf dem Gipfel angekommen, mussten erst alle SMS gecheckt werden. Hatte es doch eine Turnerin geschafft, ohne Natel die Reise anzutreten! Aber das erste Natel das schrillte, war nicht etwa für die Besitzerin gedacht, nein, die lieben Kinderlein zu Hause, wollten dem Mami so gerne guten Tag sagen, dass sie schnell die Natel-Nummer der Kameradin angerufen haben. Was lernen wir daraus? Egal wo du bist – mit oder ohne Natel – sie finden dich immer!

Endlich konnte es losgehen mit dem Wandern. Die angekündigte horizontale Höhenwanderung auf gut ausgebautem Wanderweg war zwar verschwunden, aber es war trotzdem traumhaft. Die Sonne schickte endgültig ihr warmen Strahlen zu uns hinunter und lockte das eine oder andere Schweissperlchen hervor. Nach einer kurzen Mittagsrast mit selbst mitgebrachtem Essen in einem mit "Picknick-Verboten"-Tafeln verseuchten Bergrestaurant ging es weiter mit der Berg- und Tal-Wanderung.

Mit der Parsennbahn fuhren wir, nachdem wieder alle Natels hervorgeholt wurden, bis Davos Dorf. Von dem schrecklichen Anblick von oben auf Davos aufs Schlimmste gefasst, wurden wir doch positiv vom Dorf überrascht. Das warme Wetter lud zu einem Besuch in einem Gartencafé ein. Die Glacekarte und das Kuchenbuffet wurden schnellstens studiert.

Schon bald ging es aber weiter. Mit dem Postauto fuhren wir weiter bis nach Sertig. Auf halbem Weg haben einige beschlossen, das letzte Stück zu Fuss zu gehen. Käthi und ich haben uns schweren Herzens dazu entschlossen, das Gepäck mit dem Postauto ins Hotel zu bringen. Der nächste Schreck fuhr uns aber schon bei der Ankunft im Hotel in die Glieder. Ein Rucksack fehlte! Haben wir ihn im Postauto vergessen? Oder hat ihn eine der Turnerinnen mitgenommen? Tja, da hiess nur Kaffee trinken und abwarten...

Wir zwei hatten auch die schwierige Aufgabe uns ein Zimmer auszusuchen. Die Wahl viel uns mehr als schwer. Ein Zimmer war im 1. Stock, mit Dusche/Bad im Zimmer, einem riesigen Balkon und 2 Doppelbetten. Das andere im Keller mit 6 Etagenbetten und der Dusche auf dem Gang. Trotz der grossen Auswahl haben wir uns für das Zimmer im 1. Stock entschieden, da dies für die 4 "Schnarcher" ideal war und sie so niemanden um den Schlaf bringen konnten.

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit, hatten es auch noch die restlichen Turnerinnen ins Hotel geschafft, inkl. dem vermissten Rucksack.

Das Nachtessen wurde in dem wunderschönen hoteleigenen Restaurant eingenommen. Einige Turnerinnen konnten es nicht lassen, wenn schon nicht die eigenen Kinder, dann wenigstens fremde zu hüten. Gabi wollte dem jungen Paar am Tisch nebenan ein gemütliches Nachtessen gönnen und widmete sich ganz dem kleinen Sohnemann.

Am Morgen wollte uns die Sonne leider nicht mit ihren Strahlen wecken. Das reichhaltige Frühstücksbuffet machte dies aber wieder wett. Frisch gestärkt haben wir uns zu einem weiteren Höhepunkt unserer Reise aufgemacht. Eine längere Trottinettabfahrt stand auf dem Programm. Mit Helm und Trottinett ausgerüstet ging's wieder zurück nach Sertig Dorf. Die Fahrt war rasant. Einigen fast zu schnell, hatten doch ein paar Trottis ein "Achti". Aber alle hatten die kurvenreiche Abfahrt genossen.

Unten angekommen hiess es nun zurück nach Davos marschieren. Gemütlich durften wir dem Bach entlang nach Davos wandern. Unterwegs konnten wir uns noch einmal messen, indem wir uns im Pfeilbogen schiessen übten. Einigen waren so gut, dass sie sogar mitten ins Rote trafen. Andere holten sich nur blaue Flecken.

In Davos angekommen hat sich die Sonne wieder von ihrer besten Seite gezeigt, sodass einem Kaffee im Freien nichts im Wege stand. Nicht nur der Kaffee schmeckte grossartig – nein, auch die vielen jungen Gleitschirmflieger die neben dem Restaurant landeten waren nicht zu verachten. Nach einem weiteren kurzen Spaziergang haben wir uns in einem anderen Gasthaus zum Mittagessen eingefunden. Leider wurden die Erwartungen nicht allseits erfüllt. Schade, aber die gute Laune konnte uns nicht abhanden kommen.

Das Weekend war leider viel zu schnell vorbei. Für mich war es der erste und hoffentlich nicht letzte Ausflug mit der lustigen Turnerschar.