Turnfahrt Frauenriege September 2004


Bericht / Photos

"Handtäschli-Reise"

In diesem Jahr hat sich die Frauenriege entschlossen, eine eintägige Turnfahrt durchzuführen. Da wir bequem mit dem Zug und dem Schiff auf die Insel Mainau – das Ziel unseres Ausfluges – gelangten – brauchten wir also kein lästiges Gepäck. Keinen Schlafsack, kein Nécessaire, kein Tupperware mit Inhalt und schon gar keine Wanderschuhe. Herrlich! Eine "Handtäschli-Reise" eben.

Morgens um 7, wenn die Welt noch in Ordnung ist, ging es los. Mit "unserer" WSB sammelten wir bis nach Aarau alle 10 teilnehmenden Frauen ein. D.h., es waren eben nur deren 9. Fragende Blicke. Wo war sie, die Frau Nr. 10? Es blieb keine Zeit lang darüber nachzudenken und natürlich fehlte ausgerechnet die Telefonnummer der Frau Nr. 10. Also rein in den Zug, der uns nach Romanshorn brachte.

Zu unserer Freude begann das "Kafi-Wägeli" seinen Gang durch den Zug bei uns. Die von unserer Reiseleiterin Marlies Scherer mitgebrachten Gipfeli rundeten den Auftakt unserer Reise ab. Laut den Wetterprognosen konnten wir uns auf einen überaus sonnigen Tag freuen, was natürlich der Stimmung von Anfang an zugute kam. Nur, was war mit Frau Nr. 10?

Zur Apéro-Zeit zauberte Doris Rietschi schon fast traditionsgemäss Wein und Nüssli aus Ihrer "Handtasche" (zugegeben aus einem klitzekleinen Rucksack). Gut beweint und gnüsslet trafen wir in Romanshorn ein. Die Temperatur hatte schon über 20 Grad erreicht, also Zeit für kurze Hosen. Nur noch wenige Minuten trennten uns vom Ablegen des Schiffes Richtung Insel Mainau. Da! Ein Anruf – Handy sei Dank – von unserer Frau Nr. 10. Sie würde in Kreuzlingen am Schiffssteg warten und zusteigen. Wie das?

Wieder blieb keine Zeit für lange Erklärungen. Also rein ins Schiff und natürlich sofort aufs Sonnendeck. Bei einem Gläschen Riesling genossen wir die Fahrt in Richtung Kreuzlingen.

Schon von weitem sahen wir Sie. Wen? Betty! Unsere Frau Nr. 10. Lachend erzählte sie uns, dass sie ganz gemütlich zu Hause gefrühstückt hätte. Urplötzlich hätte sie ein komisches Gefühl beschlichen. Die Abfahrtszeit! War die jetzt um 07.00 h oder um 08.00 h? Schreck lass nach, habe sie sich gedacht, denn sie hatte sich doch tatsächlich um eine Stunde geirrt bzw. verspätet. Was tun? Zu Hause bleiben? Nein, natürlich nachreisen. Und so kam es, dass Frau Nr. 10 (Betty) uns erst ab Kreuzlingen begleitete. Das Gelächter war gross und Betty hatte sich während des Rest des Tages über Sprüche nicht zu beklagen.

Dann tauchte sie auf, die Insel Mainau.

Mit ihren tausend Farben, Formen und Düften ist die Mainau ein einzigartiges Erlebnis für die Sinne.

Wir liessen die Schönheit der noch wunderbar tragenden Rosenstöcke auf uns wirken. (Fast!) an jeder Rose wurde gerochen. Vor allem die "Bernadotte-Rose" mit ihren tiefroten samtigen Blütenblättern hatte es uns angetan. Doch es gab noch viel mehr zu sehen.

So liessen wir es uns nicht nehmen, dem Schmetterlingshaus einen Besuch abzustatten. Faszinierend, diese zerbrechlich wirkenden Geschöpfe aus nächster Nähe betrachten zu können. Trotz ihrer zum Teil auffallenden Zeichnung auf den Flügeln, konnte man sie oftmals erst auf den zweiten Blick in Blumen und Blattwerk entdecken und auch dann nur, wenn sie sich bewegten.

Natürlich muss man auf der Insel Mainau auch ins Palmenhaus. Majestätisch ragen sie meterhoch über den Köpfen der Besucher. Man könnte neidisch werden, wenn man an die "Pygmäen" zu Hause denkt. Wie viele Arten, verschiedene Grüntöne und Formen es doch gibt. Auf jeden Fall war es ein Erlebnis. Aber es war auch heiss ... und heiss gibt Durst und da wir ja nur mit Handtaschen bestückt waren, musste dringend auch etwas gegen den aufkommenden Hunger getan werden.

Auch dafür bietet die Insel Mainau einiges. Gestärkt (u.a. wieder mit Riesling), spazierten wir vorbei an Jahrzehnte alten Bäume, deren Stämme so dick waren, dass ein 6-köpfiger Personenkreis sie nicht zu umfassen vermochte. Eindrücklich!

Wie immer, wenn es am schönsten ist, heisst es Abschiednehmen. Per Schiff, das übrigens "pumpenvoll" war, erreichten wir Konstanz. Den rund zweistündigen Aufenthalt nutzten einige Frauen um sich dem Shopping "hinzugeben", unter dem Motto: "ich bruuche zwar nüt, aber mer cha jo e chli luege." Andere wiederum machten es sich auf einem Steg am See bequem und genossen die warmen Sonnenstrahlen.

Ein wunderbarer Tagesausflug ging seinem Ende entgegen. Die Reise zurück in den Aargau verlief natürlich nicht ohne das übliche Geschnatter und Gelächter (über die Bühne) = weglassen und auch nicht ohne einen Schlummertrunk.

Ob jemand die Insel Mainau schon mehrmals besucht hat oder so wie ich, das erste Mal, wird auf jeden Fall gerne an sie zurückdenken oder zu ihr zurückkehren – zu der kleinen Insel im Bodensee. Mit Rucksack oder für einmal eben mit dem "Handtäschli".

Jeannette Bodmer