Frauenriege: Turnfahrt am 23.09.2001

Aprite le porte Ticinesi! Die SATUS-Frauen kommen!

Die Frauenriege wählte für die diesjährige Turnfahrt die Sonnenstube unseres Landes.
Obwohl die Wetterfrösche ein tolles Wochenende voraussagten, begann dieses doch recht nass und unfreundlich. Wer uns kennt weiss, dass wir uns von solchen Widrigkeiten die gute Laune nicht verderben lassen.

Auf der rund vierstündigen Zugfahrt in Richtung Lugano wurde natürlich viel erzählt, viel gelacht und nebenbei die anderen wanderlustigen Mitreisenden "begutachtet". Wohl denen, die eine umsichtige Reiseleiterin in den eigenen Reihen haben. Kaffe und Gipfeli waren für uns bestellt und die anderen guckten in die Röhre. Schade aber auch!

Endlich, Lugano! Die Stadt präsentierte sich uns zwar trocken, aber leider, leider war kein Stück blauer Himmel zu sehen, geschweige denn ein Sonnenstrahl. Nach einigen Orientierungsschwierigkeiten fanden wir das Hotel Montarina wo für uns ein absolut feudales Massenlager reserviert war. Schnell entledigten wir uns der (ach so schweren) Rucksäcke und machten uns auf den Weg zur Standseilbahn, die uns auf den Monte San Salvatore bringen sollte.

Der Monte San Salvatore (912 m.ü.M) erhebt sich majestätisch in den Himmel von Lugano und hätte einen herrlichen Ausblick auf Lugano, den See, hinunter nach Italien in die Lombardei, die Schweizer- und Savoyer Alpen geboten, wäre da nicht der Dunst gewesen.

Einen rund 60minütigen Abstieg sollte man nicht mit leerem Magen in Angriff nehmen, das war uns absolut klar. So stärkten wir uns mit Lasagne, Nudeln, Pennette und ein (bisschen) Wein. Kurz aber fein war die Wanderung nach Carona. Auf dem Weg ins Dorf fielen uns die grossen Kastanien auf. Schnell wurden die Jackentaschen gefüllt. Ob die Kastanien wohl als Herbst-Dekoration oder als Marroni enden würden...? Wir hatten noch genügend Zeit und packten die Gelegenheit beim Schopf, um den guterhaltenen Dorfkern und die engen Gassen in Carona zu besichtigen. Noch heute ist an den Hauswänden der Steinhäuser erkennbar, dass früher das Herstellen und Handeln mit Kupferkesseln eine wichtige Einnahmequelle war.

Ist man an einem Ziel angekommen, muss man sich wieder aufpäppeln. Das ist so! Mehr durch Zufall als gewollt, fanden wir ein kleines Beizli wo wir – wie könnte es anders sein – ein Stündchen verweilten.

Während des Wartens auf das Postauto sahen wir den Autofahrern zu, die mehr oder weniger geübt in den engen Gassen herumkurvten. Das war richtig spannend! Nach einem kurzen Schwatz mit einem Ehepaar aus "Gontischwil" ging’s zurück Richtung Lugano.

Ein feines z’Nacht erwartete uns und mit dem schwierigen italienischen Wort "Vino" machten wir dem Kellner unsere weiteren Wünsche verständlich. Ein Abendspaziergang rundete den ersten Tag ab. Halt, nein, erst mussten wir natürlich noch Z’Nacht essen! Was gibt es besseres als um 23.00 h eine Riesenpizza auf dem Teller. Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, dass wir an diesem Tag schon einiges an Kulinarischem zu uns genommen hatten. Aber was soll man machen, wenn man so eingefallen ist – unter den Armen!

Nach einer relativ ruhigen Nacht, folgte eine ausgiebige Morgentoilette. Und schon wieder knurrte der Magen. Nach einem reichhaltigen Frühstück und einem kurzen Marsch vorbei an all’ den tollen Geschäften war Apéro angesagt. Was gab’s dazu? Crostini. Klar.

Ein Extraboot brachte uns nach Caprino auf der gegenüberliegenden Seeseite. Wen wunderts, dass wir da in einem Grotto zum Essen erwartet wurden! Schliesslich waren vom Frühstück über den Apéro bereits drei Stunden vergangen. Drinnen herrschte schon eine ausgelassene Stimmung. Es wurde gesungen und getanzt. Nach der Vorspeise, einem feinen Tessiner Teller, fragte uns der Musiker (was uns komisch erschien): "Esch es rächt, tutto bene?" Es stellte sich bald heraus, dass es sich um den Chef persönlich handelte. Weiter im Takt, äh im Essen ging’s mit Salat, Risotto, Käse und, und, und... natürlich auch mit Wein vom Fass.

Schweren Herzens nahmen wir von der gemütlichen Beiz Abschied und bestiegen wieder "unser Boot". Das Schmuggler-Museum war unser nächstes Ziel. Es entstand 1935 im kleinen Rahmen und wurde stetig erweitert. Ha, - die Schlaumeier wussten sich früher schon sehr gut zu helfen. Da gibt’s Schuhe in welchen Schmuck und Boote mit denen Salami geschmuggelt wurde.1998 kamen neuen Produktionen im Computer- und audiovisuellen Bereich hinzu. Heute plagen sich die Grenzwächter eher mit Drogenhandel und Fälschungen von Dokumenten.

Nach diesem interessanten Abstecher stachen wir wieder in See. Erst jetzt fiel uns auf, dass es in Bindfäden regnete. Aber wie gesagt, unserer Laune tat dies keinen Abbruch. Wieder auf der anderen Seeseite angekommen, wurde gerätselt, was man denn noch essen...! könnte. Die Wahl fiel auf Vermicelles und Amaretti. Damit war die zweitägige Schlemmerei dann endlich abgerundet, halt nein, ein paar "heissi Marroni" wurden ebenfalls noch verdrückt.

Nun hiess es endgültig "Ciao" zu sagen. Im Zug der uns über Arth-Goldau und Zürich wieder in in heimatliche Gefielde zurückbrachte, wurde es dann doch allmählich stiller. Müde vom Wandern? Nicht wirklich. Schliesslich handelte es sich ja um eine TurnFAHRT. Ein letztes Gläschen Wein und die Reste aus den Rucksäcken waren "vernichtet", als wir in Aarau ankamen.

Es war ein wunderbares Wochenende und wir danken unserer Nelly Merz für die wiederum tolle Auswahl und Organisation. Auch ohne Sonne ging’s uns gut. Wie heisst es doch so schön:

Hab' Sonne im Herzen, ob's stürmt oder schneit...

Jeannette Bodmer

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