Turnerinnen: Turnfahrt August 2001

Oberentfelden – Kandersteg – Spiez – Thun – Oberentfelden

9 Frauen in Regenjacken gehüllt, mit Rucksäcken bepackt, am Samstag früh um halb acht.....wind- und wasserbeständig... da kann einem nur ein Gedanke durch den Kopf gehen: Das sind, das müssen die Satus-Turnerinnen sein, die auf Reisen gehen. Doch keine Witterung kann die Stimmung unter uns Frauen trüben, und der Sandwich-Topf von Steffi steigert die gute Laune sowie das Völlegefühl im Bauch. Am Ziel in Kandersteg wird uns ein eindrücklicher Empfang bereitet, sämtliche Wasserschleusen scheinen geöffnet worden zu sein. Nichts desto Trotz, unter dem Motto, "das Wandern ist des SATUS Lust" bestürmen wir die Talstation der Sesselbahn, übrigens die älteste noch fahrtüchtige in Europa (hoffentlich noch mindestens 24 Std.). Herrlich, so in die Höhe zu gleiten, durch dicke, hängende, graue, tropfende, Nebelwolken. Weiter zu Fuss, freilandduschen inbegriffen, stürmen wir das Restaurant am Oeschinensee. Etwas erstaunt nehmen wir zur Kenntnis, dass wir bei weitem nicht die verrückteste Truppe sind, denn die Kanadier, die bei unserem Eintreffen ein erfrischendes oder besser gesagt ein erstarrendes Bad im See nehmen, scheinen uns mit ihrem Ideenreichtum zu übertrumpfen. Aber auch wir harren aus, im warmen Restaurant, bei Speis (wie könnte es auch anders sein) und Trank. Ja wir sind bereit zu leiden, und erdulden einen Aufenthalt im Warmen von ganzen 4 Stunden. (Denn die Wetterlage hat keine Neuigkeiten zu verzeichnen, sodass unser Rückzug im gleichen Stil erfolgt wie unsere Ankunft). Mit Sesselbahn talwärts, zu Fuss das ganze Kandertal bestaunen bis wir endlich unser Hotel finden, ganz zufällig, ganz am Ende des Weges.

Zimmerbezug, Dusche stürmen, Apero genehmigen und dann endlich endlich, vor lauter Hunger sind wir alle schon ganz schwach auf den Beinen, dürfen wir uns durch den Koch unseres Hotels (der ein Meister seines Faches zu sein scheint) kulinarisch verwöhnen lassen. Das altbewährte Rezept : 1 gediegenes Mahl, etwas Wein (oder etwas mehr davon), 1 kleine Tasse Kaffee (für die Einen) diverse grosse Portionen Dessert, eine Prise Spiele, vierstündiges Gesichtstraining (Lachmuskulatur und Sprechorgan). Der 5 Runden dauernde Kurs "Innenleben eines Koffer" zeigt uns, ja erschreckt uns fast einwenig, dass es im Innern dieser Köffer sehr chaotisch aussehen muss (z.B. Adiletten mit roten Herzen, Gummibären, gemischt mit Surfbrettern von A, Regenschirm, Jeans, Robbi-Dog-Säcken, dazwischen ein Glas Essiggurken, Tabakpfeife, Fotoapparat, Badeanzug, Socken Schuhe und das ganze in Eintracht mit "öppe 5..."). Da es uns allen nun zu bunt wird, ziehen wir es vor, uns zur Nachtruhe zu begeben.

Ein Blick aus dem Fenster, blauer Himmel, Sonne, was wollen wir mehr. Einfach herrlich. Frisch gestärkt vom Morgenessen, packen wir unsere Rucksäcke. Es heisst den Weg unter die Füsse zu nehmen, denn unser nächstes Ziel ist der Bahnhof von Kandersteg. Da wir jedoch am Vortag schon eine Kandertal-Besichtigung vorgenommen haben, beschliessen wir kurzerhand, uns mittels rechtem Daumen eine Fahrgelegenheit zu organisieren. Zum Glück klappt dies schon beim 2. Anlauf und im Nu stehen wir vor dem Bahnhofsgebäude. Wie vereinbart stehen hier für uns Fahrräder bereit. Dieser Service der SBB klappt vorzüglich, im Gegensatz zum Velo-Mech-Service, dieser scheint im Zuge der Rezession wegrationnaliesiert worden zu sein. Wie anders lässt sich sonst das Fehlen intakter Bremsen an unseren fahrbaren Untersätzen erklären. Trotzdem machen wir uns auf nach Spiez. Talwärts führt uns der Weg, zu Beginn sogar mit einem Gefälle von ca. 30%, Unterlage Kies, Bremsen keine, Naturkulisse grandios. Entschädigt uns für den wolkenverhangenen Vortag. So trampeln wir also munter und gutgelaunt drauflos. Bis zur ersten Steigung, welche die Einen von uns spielend bezwingen, die Andern davon bezwungen werden. Saure Oberschenkel, angestrengtes nach Luft schnappen. Wir erlaben, erfrischen uns an kühlen Getränken in der kleinen Gartenbeiz (zu spät stellen wir fest, dass dieser Gasthof noch eine Riesige, wunderschöne Terasse, die zum gemütlichen "höckle" einlädt, zu bieten hat ) eines Landgasthofes. Wir sind so gut gestärkt, dass wir munter drauflos pedalen, uns immer weiter vom Endziel entfernen, dieses dank einer kleinen Passfahrt und Ketten-Neumontage zu guter letzt doch noch erreichen. SPIEZ. Ein so schönes Städtchen. Im Eiltempo übergeben wir unsere Drahtesel der SBB, denn der See... der lockt. So stechen wir talwärts, auf direktem Wege, nur ein Fototermin kann uns für wenige Augenblicke bremsen, ins nächste Gartenrestaurant. Hier bei Wein, Salat, Sonne und See, stellen wir wieder mal unsere so bekannte, wie schnelle Kombinationsfähigkeit unter Beweis. Beim Betrachten der Landschaft, (wer schon mal in Spiez war wird uns zustimmen) wird uns eines klar. Unser nächstes Fortbewegungsmittel kann auf keinen Fall der Zug sein. Der See und die Schiffe locken. Es sei dahingestellt ob wir mit Hintergedanken an die Lage des Bahnhofes (weit weit oberhalb des Sees) denken oder nicht. Wer unsere Truppe kennt, kennt auch sogleich die Antwort. Unsere Entscheidung ist gefällt. Den Wind in den Haaren, die Sonne im Gesicht, herrlich ist unsere Schifffahrt, leider ein wenig kurz, denn in Thun müssen wir ob wir wollen oder nicht unsere Freiluftreise mit einem Bahnwagen der SBB tauschen. Via Bern – Olten – Aarau gelangen wir an unser Ausgangsziel Oberentfelden. Es waren zwei schöne, von Gemütlichkeit, Sportlichkeit, Kalorienjagd, Hirnzellen- und Lachmuskeltraining geprägte Tage. An dieser Stelle sei den beiden Organisatorinnen ganz herzlich für ihre Arbeit gedankt.

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