Ski-Weekend Zillertal 2001

Später als in früheren Jahren, nämlich erst am 2.März, stand in diesem Winter das mittlerweile schon legendäre Ski-Wochenende der Leichtathletik-Riege auf dem Jahresprogramm. Vermutlich war auch dies mit ein Grund, weshalb sich im Gegensatz zu früher dieses Mal lediglich 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet hatten. Dies hatte jedoch den Vorteil, dass das Ganze viel familiärer und persönlich war als auch schon.
Wir machten uns am Freitagabend also auf die Socken und fuhren mit einem kleinen Reisecar von Oberentfelden via St. Margrethen (Nachtessenshalt), den Arlbergtunnel und Innsbruck nach Ried im Zillertal. Kurz vor 23.00 Uhr erblickten wir unsere Gastgeberin Leni, die uns sogleich die Zimmer in ihrer Pension zuteilte. Ganz ohne Zwischenfall ging dies nicht, denn als sie merkte, dass sich da zwei Männer und zwei Frauen ein Viererzimmer teilten, war ein Stossgebet nicht zu überhören. Immerhin hat sie den beiden Männern den weisen Ratschlag gegeben, sie sollen doch das Zimmer jeweils kurz verlassen, wenn die Frauen sich umziehen... Die traditionelle Pizza und ein kühles Bier im heimischen Pub rundeten dann den ersten Tag ab.
Der Samstagmorgen hielt nicht, was er versprochen hatte - aber für einmal im positiven Sinne: entgegen der Wettervoraussagen genossen wir zumindest am Vormittag Sonnenschein und wunderbare Schneeverhältnisse, so dass das Ski- und Snowboardfahren auf den breiten Pisten im Zillertal ein wahres Vergnügen war. Nach dem Mittagessen im Bergrestaurant wurde die Sicht dann immer schlechter, so dass wir uns rechtzeitig in die berühmt-berüchtigte "Kaltenbacher Schi-Hütte" verschoben und genüsslich an einem (oder zwei) Jagatees nippelten. Für einmal waren wir nicht die lautesten, sass doch am Nebentisch noch die "Willisauer Landjugend" und machte uns in dieser Beziehung für einmal ziemlich Konkurrenz.
Irgendwie mussten ja dann alle wieder hinunter kommen - der Vorteil dieser Skihütte liegt darin, dass sie nicht weit von der Bergstation der Seilbahn entfernt liegt und daher nach deren Verlassen niemanden mehr zu langen Skifahrten zwingt. Da es in diesem Jahr aber - zumindest bis zu jenem Zeitpunkt - keine wüsten Bilder gab und für einmal auch genug Schnee lag, fuhren die meisten bis zur Mittelstation. Wabo hatte dann die gloriose Idee, man könnte ja mal nach ganz unten fahren - wenn die Piste gesperrt sei, dann könnten wir ja sonst wo durchfahren... mit seiner Überredungskunst gelang es ihm, noch zwei Boarder und zwei Skifahrer zu überzeugen, so dass diese fünf über Nassschneefelder und Kuhweiden, durch Wälder und Büsche, über Strassen, Zäune und selbst durch Bäche versuchten, sich einen möglichst optimalen Weg in die Niederungen des Zillertals zu bahnen. Das Ganze war ein Riesengaudi, wurde doch der Schnee immer knapper, der Boden immer grüner und die Skier und Boards immer brauner... geschafft waren bzw. hatten es dann schliesslich alle, und Wabos Bier liess die Strapazen wieder vergessen.
Nach dem vom Haus spendierten Obstler war dann schon das Nachtessen an der Reihe, welches wie immer im Gasthof Post eingenommen wurde. Zwei aus unserer Gruppe hatten es dann allerdings relativ schwierig, den wie immer sehr feinen Festschmaus auch wirklich geniessen zu können - wahrscheinlich waren die Spätfolgen des Obstlers daran schuld... Für diejenigen, die nach dem Essen noch genügend Energie hatten, ging der Abend im "Badwandl" weiter, einer riesigen Disco im Nachbardorf, wo die letzten bis in die frühen Morgenstunden blieben.
Der Sonntag war dann wetter- und schneemässig nicht mehr ganz so toll, zudem waren die Pisten richtiggehend übervölkert, so dass wir halt des öfteren einen kurzen (?) Halt im Bergrestaurant einschalteten. Zum Abschluss trafen sich dann alle nochmals an der Bar bei der Bergstation, wo mit einem letzten Drink auf das Zillertal angestossen wurde.
Bereits um halb vier hatte der Buschauffeur seine Schäflein wieder zusammen und startete die rund fünfstündige Fahrt Richtung Schweiz. Mit Musik, Video, Plaudern, Lesen und Schlafen machten wir es uns bequem, bevor wir in St.Margrethen ein letztes Mal an diesem Wochenende feste Nahrung zu uns nahmen. Gegen 22.00 Uhr erreichte der Bus Oberentfelden, man verabschiedete sich und machte sich heimwärts, um den fehlenden Schlaf raschmöglichst nachzuholen.
Alles in allem war damit auch die Ausgabe 2001 unserer mittlerweile 12-jährigen Tradition ein Erfolg für alle; die Erinnerungen daran werden in den einen oder anderen Köpfen sicher noch für längere Zeit verweilen. Bis zum nächsten Jahr!

Marco Müller